Technik-Lexikon



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  • Saisonkennzeichen
    Saisonkennzeichen werden von den Straßenverkehrsbehörden Fahrzeugen zugeteilt, die nur auf einen Betriebszeitraum zeitlich befristet jedes Jahr auf öffentlichen Straßen betrieben werden sollen.

  • Schalldämpfer
    Schalldämpfer sind im Fahrzeug Teil der Auspuffanlage. Sie besteht aus Schalldämpfer und Krümmer. Sie sollen dafür sorgen, die Fahrzeuggeräusche zu mindern. Das gelingt ihnen, indem sie die im Gasstrom enthaltenen Gaswechselströme glätten. Durch den Schalldämpfer wird ein gewisser Auspuffgegendruck erzeugt, der die Motorleistung und den Drehmomentverlauf beeinflusst. Nachträgliche Veränderungen der Auspuffanlage können sich in einem höheren Auspuffgeräusch, einem schlechteren Drehmomentverlauf oder höherem Kraftstoffverbrauch bemerkbar machen.

  • Scheibenantenne
    Scheibenantennen sollen, genau wie die Dach oder Teleskopantennen, im Auto den Radioempfang ermöglichen. Zum Teil werden Scheibenantennen werkseitig geliefert. Dann sind die dünnen Drähte oder Litzen zwischen die Scheiben der Verbundglas-Windschutzscheibe gefügt oder auf die Heckscheibe gedampft.

    Im Zubehörhandel werden Scheibenantennen für den nachträglichen Einbau am Auto angeboten. Bei diesen Antennen werden die Drähte an der Innenseite der Front- oder Heckscheibe aufgeklebt. Von dort wird ein Antennenkabel zum Radio geführt.

    Scheibenantennen müssen in der Waschanlage nicht abmontiert werden und können Vandalismus und Diebstahl nicht zum Opfer fallen.

  • Scheibenbremse
    Scheibenbremsen werden seit Mitte der 50er Jahre serienmäßig in Pkw und seit Mitte der 90er Jahre auch in Omnibussen, Lkw und Anhängern verwendet. Sie bestehen aus einer Scheibe, die formschlüssig mit der Nabe verbunden ist. Auf beiden Seiten der Bremsscheibe sind die Bremsbeläge im Bremssattel angeordnet. Die Bremsbeläge werden üblicherweise hydraulisch gegen die Bremsscheibe gedrückt. Der Bremssattel stützt sich an der Achse (Achslenker, Achsschenkel) ab.

    Wird der Bremssattel fest mit dem Achskörper verschraubt (Festsattel), dann müssen auf beiden Seiten der Bremsscheibe Radbremszylinder angebracht werden. Wegen des einfacheren Aufbaus wird heute der Bremssattel meistens seitlich verschiebbar über der Bremsscheibe angeordnet (Schwimmsattel). Bei dieser Bauart ist nur auf einer Seite ist ein Hydraulikzylinder erforderlich. Da eine Kraft nur dann wirken kann, wenn eine entsprechende Gegenkraft wirkt, wird der Bremsbelag vor dem Hydraulikzylinder gegen die Bremsscheibe gedrückt und der Sattel soweit verschoben, bis der gegenüberliegende Bremsbelag mit der gleichen Kraft dagegen drückt.

    Zur besseren Wärmeableitung werden Bremsscheiben größerer oder leistungsstärkerer Fahrzeuge mit eingegossenen Lüftungskanälen versehen (innenbelüftete Bremsscheiben).

    Bei Nässe setzt die Bremswirkung bei Scheibenbremsen erst dann ein, wenn der Wasserfilm auf den Bremsscheiben von den Bremsbelägen beseitigt wurde.

  • Schiebetüren am Auto
    Im Gegensatz zu normalen Drehtüren wird zum Öffnen von Schiebetüren nur wenig Platz in der Fahrzeugbreite benötigt. Dies ist besonders bei innerstädtischen Parkplätzen von Vorteil, weil auch auf engem Raum die volle Türöffnung freigegeben wird und so bei ungünstigen Bedingungen der Ein- und Ausstieg möglich ist.

  • Schlüsselloses Starten
    Schlüsselloses Starten, englisch Keyless-Go, ermöglicht es Autofahrern ihr Fahrzeug ohne Einsatz eines Autoschlüssels aufzuschließen und zu starten. Eine Codekarte sorgt dafür, dass das Auto nur den Berechtigten die Tür öffnet. Diese müssen die Autofahrer zum Beispiel im Portmonee bei sich tragen. Nähert sich ein Autofahrer dem Fahrzeug und betätigt den Türgriff, wird zeitgleich per Funk seine Identität über die Codekarte geprüft. Ist er zum Fahren berechtigt, entriegeln sich die Türen und der Motor lässt sich per Knopfdruck starten. Je nach System führt die Abfrage der Codekarte auch dazu, dass sich Sitz und Spiegel Fahrer gerecht einstellen. Eine Erweiterung des Keyless-Go-Systems nutzt biometrische Daten: Iris-Scan oder Fingerabdruck-Erkennung.

  • Schraubenfeder
    Schraubenfedern sind die im Fahrzeugbau am häufigsten anzutreffende Federnart. Sie bestehen aus Federstahldrähten, die schraubenförmig gewickelt sind. Dabei kann die Federrate durch die Steigung der Federwicklung oder durch Federstahldraht mit unterschiedlicher Drahtstärke beeinflusst werden. So kann die Federrate eine progressive Kennung erhalten. An den Fahrwerkselementen von Fahrzeugen mit Schraubenfedern sind Einrichtungen zur Längs- und Querführung der Räder erforderlich.

  • Schwingungsdämpfer (= Stoßdämpfer)
    Schwingungsdämpfer werden meistens fälschlich als Stoßdämpfer bezeichnet.

    Im Fahrbetrieb können die Räder von Kraftfahrzeugen und Anhängern nur dann Antriebs-, Brems- und Seitenführungskräfte übertragen, wenn sie ständigen Fahrbahnkontakt haben. Der Kraftschluss zwischen Reifen und Fahrbahn wird gestört, wenn die Fahrwerksteile und der Aufbau durch Fahrbahnunebenheiten zum Schwingen angeregt werden. Um die Schwingungen möglichst schnell zum abklingen zu bringen, werden Schwingungsdämpfer eingebaut. Noch bis zum zweiten Weltkrieg wurden dafür Reibungsdämpfer verwendet. Danach setzten sich die hydraulischen Teleskop-Schwingungsdämpfer durch.

  • Schwingungsgyrometer
    Bei modernen Pkw und leichten Lkw mit elektronischen Fahrdynamik-Regelsystemen (zum Beispiel ESP) oder mit Navigationssystemen werden, um Drehwinkel-Änderungen um die Hochachse des Fahrzeugs (Gierwinkel) zu erfassen, Schwingungsgyrometer installiert. Die Schwingungsgyrometer ähneln im Aufbau mechanischen Kreiseln. Zur Messung der Gierwinkel-Änderungen werden die bei Drehbewegungen in Verbindung mit einer Schwingbewegung auftretenden Kreiselbeschleunigungen herangezogen.

  • Seitenaufprallschutz
    Der Seitenaufprallschutz gehört zu den passiven Sicherheitseinrichtungen im Fahrzeug. Um bei einem seitlichen Crash die auftretenden Kräfte möglichst gering zu halten und so die Insassen zu schützen, wird der Innenraum mit Energie aufnehmenden Elementen und Verkleidungsteilen sowie Seiten-Airbags ausgestattet. In der EU müssen Großserien-Pkw, für die eine EG-Typgenehmigung erteilt werden soll, einen Seitenaufpralltest nachweisen. Bei dem Test fährt ein Wagen mit einer Geschwindigkeit von 35 km/h schräg in die Flanke des zu prüfenden Fahrzeugtyps. An den mit Mess-Sensoren ausgerüsteten Prüfpuppen (Dummies) dürfen dabei bestimmte Beschleunigungen und Verletzungskriterien nicht überschritten werden. Um die Prüfungen zu bestehen, versteifen die Fahrzeughersteller die Türen und Seitenteile der Pkw durch zusätzliche Metallprofile und sorgen so dafür, dass ein seitlich aufprallendes Fahrzeug möglichst wenig in das Fahrzeuginnere eindringt.

  • Servolenkung
    Servolenkungen gehören zur Gruppe der Hilfskraftlenkungen, bei denen die durch den Fahrer per Muskelkraft aufgebrachte Lenkkraft durch eine Energiequelle (hydraulisch oder vermehrt elektrisch) unterstützt wird.

    Sequenzielles Schaltgetriebe Bei modernen, sequentiellen Schaltgetrieben wird der eigentliche Schaltvorgang über Tasten oder Paddel am Lenkrad ausgelöst. Damit werden Magnetventile elektrisch angesteuert, die sowohl die hydraulische Betätigung der Kupplung und der Schaltgabel des jeweils betroffenen Getriebeganges über Aktuatoren auslösen.

    Die Wahl des Getriebeganges wird über eine Elektronik gesteuert, wobei die Motordrehzahl und Lastzustand als Einflussgrößen herangezogen werden. Bei einigen Ausführungen kann zwischen verschiedenen Schaltprogrammen gewählt werden, mit denen zum Beispiel winterliche Verhältnisse, eine besonders energiesparende oder eine sportliche Fahrweise berücksichtigt werden können.

  • Sitzheizung Aufbau Funktion
    Bei der Sitzheizung handelt es sich um Heizmatten, die in die Autositze eingelegt sind. Die Steuerung der Temperatur erfolgt über integrierte Thermostate. Sie regeln die vorgewählte Temperatur und verhindern ein Überhitzen der Heizmatten.

  • Spoiler
    Als Spoiler (englisch: Verderber) wird ein Bauteil bezeichnet, mit dem die Aerodynamik eines Flugzeugs oder Kraftfahrzeugs beeinflusst werden kann. Die Neigung der Karosserie zur Fahrbahn wird bei höheren Geschwindigkeiten durch die Ein- oder Ausfederung an den Achsen charakterisiert. Diese ist abhängig von der Aufbauform und dem daraus resultierenden Auf- oder Abtrieb an den Achsen.

    Wird durch den Auftrieb an einer Achse die Reifenaufstandskraft zu gering, dann stehen an dieser Achse auch nur geringere Seitenführungskräfte zur Verfügung. Das Fahrzeug ist dann bei hohen Geschwindigkeiten nicht richtungsstabil. Dies lässt sich durch geeignete Spoiler korrigieren, wobei immer ein Kompromiss zwischen ausreichender Abtriebswirkung und günstigem Luftwiderstand gesucht wird.

    Spritzwand (zwischen Motor- und Fahrgastraum) Die Trennwand zwischen Motorraum und Fahrgastraum wird auch als Spritzwand bezeichnet. Sie sorgt dafür, dass der Lärm und die Wärme von Motor und Getriebe nicht in den Innenraum des Fahrzeugs gelangen.

    Bei modernen Pkw mit selbsttragenden Karosserien hat die Spritzwand auch tragende Funktionen. So wird häufig auf der Motorraumseite die Zahnstangenlenkung daran befestigt, während auf der Innenraumseite das Stützlager für die Lenksäule angebracht wird.

    Seit moderne Fahrzeuge spezielle Crashtestanforderungen erfüllen müssen, kommt der Gestaltung des Übergangs zwischen Spritzwand und Bodengruppe besondere Bedeutung zu. Um zu verhindern, dass das Antriebsaggregat bei einem Frontalaufprall in den Innenraum eindringt, sorgt man durch die Gestaltung dieses Übergangs für eine Verlagerung nach unten.

  • Spurhalteassistent
    Der Spurhalteassistent (auch Spurassistent, englisch lane departure warning) warnt den Fahrer eines Fahrzeuges vor dem Verlassen der Fahrspur auf einer Straße. Hierbei wird die Position des Fahrzeugs in der Fahrspur über ein optisches Erfassungssystem aufgenommen. Droht das Fahrzeug langsam aus der Spur abzudriften, warnt das System bei Unterschreitung des "DLC - Distance to Line Crossing"-Kriteriums. Verlässt das Fahrzeug die Fahrspur in einem größeren Gierwinkel und bzw. oder kürzeren Zeit, als dies vom Spurhalteassistenten toleriert wird ["TLC - Time to Line Crossing"], dann erfolgt ebenfalls eine Fahrerwarnung.

    Die Fahrspurerkennung erfolgt durch ein Kamerasystem oder durch Infrarotsensorik am Unterboden des Fahrzeugs. Das System erkennt Fahrbahnbegrenzungen sowie unbefestigte Straßenränder auf Nebenstrecken.

    Die Art der Warnung ist unterschiedlich und reicht vom Nagelbandrattern in den Lautsprechern bis zu Vibrationsmotoren im Fahrersitz.

  • SP (Sicherheitsprüfung)
    Seit dem 1. Dezember 1999 müssen Lkw, mit einem zulässigen Gesamtgewicht über 7,5 t und Anhänger mit einem zulässigen Gesamtgewicht über 10,0 t,  ab einem bestimmten Zeitraum nach der Erstzulassung zwischen den HU einer SP unterzogen werden. Omnibusse müssen sogar drei Mal jährlich zur SP. Diese Prüffristen sind in der Anlage VIII zur StVZO festgelegt.

  • Spurweite
    Als Spurweite wird das Maß zwischen den Mitten der Reifenaufstandsflächen einer Achse bezeichnet. Im Interesse der Kippstabilität wird grundsätzlich eine möglichst große Spurweite und eine niedrige Schwerpunkthöhe angestrebt.

  • Starrachse
    Diese schon im Kutschenbau übliche Achskonstruktion ist wegen ihrer kostengünstigen Bauweise immer noch anzutreffen. Bei dieser Bauart werden die Räder durch einen starren Träger (Achskörper) verbunden. Die Karosserie oder der Rahmen stützt sich durch die Federn auf der Achse ab. Die Führung der Achse in Längs- und Querrichtung erfolgt bei sehr einfachen Fahrzeugen durch so genannte Blattfedern. Bei Starrachsen mit Luft- oder Schraubenfederung sind zur Achsführung zusätzliche Elemente erforderlich, zum Beispiel Quer- und Längslenker.

    Beim Einfedern eines Rades (einseitiges Einfedern) an einer Starrachse wird beiden Rädern eine Änderung der Neigung (Sturzänderung) aufgezwungen. Dies ist mit einem Kreiseleffekt verbunden, der an den gelenkten Rädern einen ungewollten Lenkeffekt bewirkt.

  • Start-Stopp-Automatik
    Die Start-Stopp-Automatik hat den Zweck, durch gezielte Eingriffe in den Motor für geringeren Spritverbrauch zu sorgen. Ein Riemen getriebener Generator stoppt den Motor, zum Beispiel wenn das Auto vor einer Ampel ausrollt oder im Stau steht und startet ihn erst wieder, wenn der Fahrer das nächste Mal auf das Gaspedal tritt. Dadurch soll bis zu zehn Prozent Kraftstoff eingespart werden können. Das Konzept wurde bereits vor gut zehn Jahren vorgestellt, hatte sich damals wegen des hohen Mehrpreises nicht durchgesetzt. Jetzt starten einige Automobilhersteller erneut mit der Start-Stopp-Automatik.

  • Stoßdämpfer
    siehe Schwingungsdämpfer

  • Stützlast
    Stützlast ist der Teil des Anhängergewichts, der sich im Anhängerbetrieb auf der Anhängekupplung des Zugfahrzeugs abstützt. Die zulässige Stützlast wird durch die Angaben des Kraftfahrzeugherstellers und die Eigenschaften der Anhängekupplung begrenzt.

  • StVO
    Die Straßenverkehrs-Ordnung der Bundesrepublik Deutschland ist eine Rechtsverordnung, die aufgrund von § 6 Abs. 1 des Straßenverkehrsgesetzes im Aufgabenbereich des Bundesministers für Verkehr erlassen wurde.

    Nach der Straßenverkehrs-Ordnung werden die Regeln für sämtliche Teilnehmer am Straßenverkehr klassifiziert. Leitgedanke ist das gegenseitige Rücksichtnahmegebot (§ 1 StVO).

  • StVZO
    Die Straßenverkehrs-Zulassungsverordnung der Bundesrepublik Deutschland ist eine Rechtsverordnung, die aufgrund von § 6 Abs. 1 des Straßenverkehrsgesetzes im Aufgabenbereich des Bundesministers für Verkehr erlassen wurde.

    In der Straßenverkehrs-Zulassungsverordnung werden die Regeln für die Zulassung, den Betrieb und die vorgeschriebene Ausrüstung von Fahrzeugen zum Straßenverkehr festgelegt.

  • Synchronisiertes Getriebe
    Als Synchron-Getriebe kommen Schaltklauengetriebe zum Einsatz, bei denen an der Schaltmuffe ein Synchronkörper angebracht ist, der die Drehzahl der Hauptwelle und des zu schaltenden Zahnrades angleicht, so dass der Getriebegang ohne Geräusche eingelegt werden kann.

    Um den Gleichlauf zwischen dem zu schaltenden Zahnrad und der Hauptwelle herzustellen, wird die Schaltmuffe mit dem Synchronkörper gegen das Zahnrad geschoben. Durch die Gleitreibung zwischen dem Reibkegel des Synchronkörpers und dem Zahnrad passen sich die Drehzahlen aneinander an, so dass die Schaltmuffe geräuschlos und ohne Widerstand über die Schaltverzahnung geschoben werden kann.

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