Recherche bei Automobilherstellern



Bereits im Jahr 2004 titelte die Süddeutsche Zeitung: „Frauen sind die mächtigsten Konsumenten der Welt. Wann begreifen die Firmen das endlich“ (lesen Sie dazu auch das Interview mit Ulf Endewardt).

mobilitaet.de hat einmal bei den führenden Automobilherstellern in Deutschland nachgefragt:

 

  • Inwieweit hat sich Ihr Unternehmen auf die „Zielgruppe: Frau“ eingestellt?
  • Wurde die Produktpalette den Bedürfnissen von Frauen angepasst?
  • Werden Frauen als Konsumentinnen anders angesprochen und behandelt als männliche Kunden?

Generell betonen alle führenden Automobilhersteller Deutschlands, dass ihre Fahrzeuge den Bedürfnissen möglichst vieler unterschiedlicher Kunden entsprechen sollen, die im Einzelnen ganz individuelle Anforderungen an ein Fahrzeug stellen.

Hier die Ergebnisse der Befragung in der Zusammenfassung:

BMW Group



Markus Sagemann, Wirtschafs- und Finanzkommunikation

„Frauen sind für BMW – wie Männer auch – eine wichtige und geschätzte Kundengruppe. BMW Automobile sprechen Männer wie Frauen gleichermaßen an. Nicht zuletzt daher bauen wir bei BMW keine speziellen „Frauenautos“, denn Autos werden aufgrund von Bedürfnissen gekauft und nicht aufgrund der Geschlechtszugehörigkeit.

Unsere Marktforschung zeigt, dass die Entscheidungskriterien für oder gegen ein Fahrzeug bei Frauen und Männern überwiegend die gleichen sind.

Geschmäcker mögen bezüglich Farbe und Ausstattung variieren, aber BMW Fahrer wie Fahrerinnen haben die gleichen Kaufgründe (z.B. Design, Sportlichkeit, Zuverlässigkeit etc.)“

DaimlerChrysler AG



Ralf Stadelmaier, Globale Kommunikation Mercedes Car Group, Media Relations und Redaktion

"Frauen spielen im Produktentstehungsprozess bei allen Mercedes-Benz Baureihen eine zunehmend wichtige Rolle, denn sie sind nicht nur selbst Käuferinnen, sondern beeinflussen maßgeblich die Kaufentscheidung in ihrem persönlichen Umfeld. Frauen legen in vielen Fällen einen größeren Wert auf Aspekte wie Sicherheit, Design und Praktikabilität; für Männer hingegen ist oft die Leistung des Fahrzeugs ein wichtiger Kaufgrund.

Um allerdings ein allgemeines Klischee bezüglich Einparken zu widerlegen: Die sog. Parktronic (eine Einparkhilfe mit akustischer und visueller Anzeige des Abstandes) ist eine allgemein häufig bestellte Ausstattung – insbesondere von Männern.

Bei der Neuentwicklung achtet Mercedes-Benz bei allen Baureihen auf die Bedürfnisse von Frauen. Beispiele: spezielle Sicherheitsstandards, der Größe und dem Körperbau von Frauen angepasst. Individuelle Einstellungen der Kopfstützen, Erreichbarkeit der Bedienknöpfe durch kürzere Frauenarme. In kreativen Phasen der Produktgestaltung werden Mitarbeiterinnen zur Ideenfindung herangezogen. Viele Details und Innovationen entstehen aus diesen Workshops und werden in den Automobil-Modellen realisiert. Fazit: Die Bedürfnisse von Frauen wurden bei der Entwicklung schon immer berücksichtigt."

Toyota Deutschland GmbH



Henning Meyer, Presseabteilung, Produktinformation

„Die Toyota Deutschland GmbH vertreibt Produkte für eine sehr breite Kundschaft. Fahrzeuge sollen den Bedürfnissen möglichst vieler unterschiedlicher Kunden entsprechen, die im Einzelnen ganz individuelle Anforderungen an ein Fahrzeug stellen.

Spezielle Produkte, die ausschließlich auf eine weibliche Zielgruppe ausgerichtet sind, gibt es bei Toyota Deutschland nicht. Bei der Betrachtung der Zielgruppe ist das Geschlecht eines von vielen interessanten Segmentierungsmerkmalen. Im Rahmen von Kundenbefragungen zählen die Meinungen von männlichen und weiblichen Kunden gleichermaßen für uns. Auf diesem Wege finden die speziellen Bedürfnisse unserer weiblichen Kunden Berücksichtigung bei der Entwicklung und Weiterentwicklung unserer Produkte. Diese Auffassung spiegelt sich auch in den Bereichen Marketing und Kommunikation wieder: so werden für Frauen-, respektive Männerzeitschriften bei der Anzeigengestaltung für manche Fahrzeuge mitunter unterschiedliche Headlines verwendet.“

Volvo Car Germany GmbH



Olaf H. Meidt, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Pressesprecher

"Wie es sich für ein skandinavisches Unternehmen gehört, hat Volvo das Thema 'Gleichberechtigung' quasi per Landeskultur sozusagen in jedes Fahrzeug seit Generationen mit hinein konstruiert, dies allein schon durch den hohen Anteil an Frauen im Führungskreis des Unternehmens in allen Bereichen. Beispiele: Sitzposition und vielfache Verstellbarkeit, intuitive Bedienbarkeit, automatische Gurthöhenverstellung, Übersichtlichkeit, Staumöglichkeiten, Ablageflächen – all dies sind bei Volvo seit Jahrzehnten absolute Normalitäten. Auch das Thema Sicherheit speziell für Schwangere bzw. Kindersicherheit wird von Volvo alleine am Markt glaubhaft gesetzt.

Bei Werbemaßnahmen werden Frauen gezielt angesprochen, und zwar durch die Gestaltung (Konzeption, Kreation, Text) und Media-Auswahl. Dies geschieht allerdings nicht durch 'frauenspezifische Maßnahmen', sondern vielmehr durch das Hervorheben von Themen wie z.B. Design vs. technische Fakten."

Volkswagen AG



Christina Merzbach, Konzernkommunikation, Vertrieb und Marketing

"Volkswagen produziert Fahrzeuge für Kunden unabhängig von Geschlecht und Alter. Das Unternehmen mit seiner Produktvielfalt kann damit unterschiedlichste Kundenwünsche erfüllen."