Technik-Lexikon



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A



  • aaS
    Amtlich anerkannter Sachverständiger (Dipl.-Ing.) bei einer Technischen Prüfstelle für den Kraftfahrzeugverkehr.

  • A-, B-, C-Säule
    Die Verbindungsstreben zwischen dem Karosserieunterbau und dem Dach werden im Karosseriebau als Säulen bezeichnet. Bei Pkw wird alphabetisch von vorn nach hinten durchgezählt:

    Die A-Säule liegt direkt im Blickfeld des Fahrers, die B-Säule zwischen Fahrertür und Fondtür. Bei kleineren Fahrzeugen ist die C-Säule die letzte Dachstrebe, während bei größeren Pkw zwischen der C-Säule und der D-Säule noch ein Seitenfenster vorhanden sein kann.

    Bei Fahrzeugen mit Kleinbusaufbau oder Vans ist es teilweise üblich, die Säulen mit römischen Zahlen zu versehen. Auch hier wird von vorn nach hinten durchgezählt. Die Säule I liegt direkt im Blickfeld des Fahrers, die Säule II dahinter, die Säule III dahinter usw.

    Die Fensteröffnungen schwächen die Stabilität der Karosserie. Deshalb muss bei der konstruktiven Gestaltung der Karosserie ein vernünftiger Kompromiss zwischen den Vorstellungen des Designers und der erforderlichen Stabilität der Säulen gefunden werden. Neben der Torsions- und Biegesteifigkeit sind der Schutz gegen einen Seitenaufprall oder bei einem Überschlag wichtige Kriterien für die strukturelle Gestaltung der Karosserie.

  • ABE
    Allgemeine Betriebserlaubnis für Fahrzeuge oder Fahrzeugteile, die vom Kraftfahrt-Bundesamt ausgestellt wird.

  • Abgasturbolader
    Der Abgas-Turbolader nutzt die Energie der Motorabgase zur Erhöhung des Füllungsgrads [das ist das Verhältnis der in den Brennraum gelangten Gase zur theoretisch möglichen Gasmasse im Brennraum].

    Die Abgase treiben ein Turbinenrad an, das auf einer gemeinsamen Welle mit einem Verdichterrad läuft. Das Verdichterrad drückt die Ansaugluft in den Verbrennungsraum des Motors. Dabei erreicht die Turbine Drehzahlen von mehr als 100.000 Umdrehungen pro Minute. Abgas-Turbolader sprechen mit leichter Verzögerung auf eine gewünschte Drehzahlerhöhung an. Um diesen Effekt zu verringern, werden teilweise Turbinen mit verstellbaren Schaufeln am abgasseitigen Turbinenrad verwendet, die eine direktere Ladedruckregelung ermöglichen. Neuentwicklungen verwenden 2 unterschiedlich dimensionierte Turbolader, von denen ein Turbolader so ausgelegt und betrieben wird, dass das so genannte "Turboloch" ausgeschaltet wird.

    Zur Begrenzung des Ladedrucks wird üblicherweise ein so genanntes Bypass-Ventil in den Ansaugtrakt eingebaut, um Motorschäden zu begrenzen. Zur weiteren Erhöhung des Füllungsgrades werden bei aufgeladenen Motoren meistens Ladeluftkühler verwendet. Sie sorgten dafür, dass die angesaugte Luft vor dem Eintritt in den Verbrennungsraum des Motors gekühlt wird, um den Füllungsgrad zu erhöhen.

  • ABS
    Markengeschützter Begriff für ein Anti-Blockier-System (siehe ABV)

  • Abstands-Radar
    Seit einigen Jahren bieten die Hersteller hochwertiger Fahrzeuge Abstandsradarsensoren als Ergänzung zum Tempomat an. Bei freier Straße wird die im Tempomat eingespeicherte Geschwindigkeit automatisch beibehalten, jedoch wird bei dichterem Verkehr und wechselnden Geschwindigkeiten das Fahrzeug automatisch in einem sicheren Abstand zum Vordermann geführt.

    Der Sensor bzw. die Antenne muss einen Erfassungsbereich (Öffnungswinkel) von etwa drei Grad haben, um in etwa 100 Meter Abstand eine Fahrbahn ausleuchten zu können.

  • Abstands-Warner
    In Pkw werden Abstandswarner als Einparkhilfen verbaut. Die Einparkhilfe besteht aus Sensoren, die in die Stoßstangen eingebaut sind, einem Steuergerät und Warneinrichtungen für optische und akustische Signale. Einparkhilfen arbeiten nach dem Echolot-Prinzip mit Ultraschallsensoren. Die Sensoren werden im Abstand weniger Millisekunden angesteuert und erzeugen einen Ultra-Schallimpuls. Danach schaltet der Sensor jeweils auf Empfang, um aus der Laufzeit des Signals den Abstand zu einem eventuellen Objekt zu errechnen.

    Die Einparkhilfe wird üblicherweise bei Geschwindigkeiten unterhalb 15 km/h und beim Einlegen des Rückwärtsganges aktiviert. Sie kann, zum Beispiel beim Stop-and-go-Verkehr , ausgeschaltet werden. Die Art der Warnung ist abhängig vom Abstand des Objektes zum Fahrzeug und kann bei einigen Fahrzeugtypen vom Fahrer eingestellt werden.

  • ABV
    Automatischer Blockier-Verhinderer: Elektronisches Bremssystem, welches das Blockieren der Räder beim starken Bremsen verhindert.

  • Adaptive Geschwindigkeitsregelung [Adaptive Cruise Control (ACC)]
    Bei den Fahrgeschwindigkeitsregelsystemen (Tempomat oder Cruise Control ) wird eine gewünschte Fahrgeschwindigkeit vom Fahrer eingegeben und vom System automatisch beibehalten, soweit die Motorleistung dies auch bei größeren Fahrwiderständen zulässt, also beispielsweise am Berg.

    Bei der adaptiven Geschwindigkeitsregelung "ACC" sorgt das System zusätzlich dafür, dass ein von der Geschwindigkeit des Fahrzeugs abhängiger Sicherheitsabstand zum vorausfahrenden Fahrzeug eingehalten wird. Damit das ACC auch bei schlechtem Wetter funktionsfähig bleibt, wird ein Radarsensor für die Abstandsmessung verwendet. Aus den reflektierten Strahlen werden die Relativgeschwindigkeit, der Abstand und die Winkellage zum vorausfahrenden Fahrzeug berechnet.

  • Achsantrieb
    Als Achsantrieb wird das Zahnradpaar bezeichnet, welches das Drehmoment vom Getriebe auf die Antriebswellen überträgt. Bei Fahrzeugen mit längs angeordnetem Motor und Getriebe (Standard-Antrieb) erfolgt die Umlenkung auf die quer zur Fahrtrichtung liegenden Antriebswellen durch Kegel- und Tellerrad.

    Bei Fahrzeugen mit quer zur Fahrtrichtung eingebauten Motoren (zum Beispiel bei vielen Front- oder Heckantriebsfahrzeugen) ist keine Umlenkung erforderlich, so dass normale Stirnräder als Achsantrieb verwendet werden können.

  • Airbag
    Airbags bilden ein Luftkissensystem, das bei einem Fahrzeugaufprall durch pyrotechnische Gasgeneratoren aufgeblasen wird und dafür sorgen soll, dass Insassen vor dem Aufprall auf Fahrzeugteile im Innenraum geschützt werden.

  • Aktive Kopfstütze
    Aktive Kopfstützen gehören, wie Airbags und Gurtstraffer, zu den passiven Sicherheitseinrichtungen des Autos. Sie versuchen, die Folgen eines Unfalls zu mindern. Sie klappen bei einem Heckaufprall über ein in die Sitzlehne integriertes mechanisches Hebelsystem nach vorne und verringern so den Abstand des Kopfes zur Kopfstütze. Der Kopf wird abgebremst. Wirbelsäulenschäden wie das klassische Schleudertrauma werden reduziert.


  • Aktive Motorhaube
    Die aktive Motorhaube ist eine Motorhaube, die sich bei einer Kollision mit Fußgängern blitzschnell um einige Zentimeter anhebt. Dadurch sollen schwere Kopfverletzungen verhindert werden. Durch das Anheben der Motorhaube wird der Verformungsweg eines aufschlagenden Körpers zu den starren Metallteilen des Motors vergrößert.

  • Anhänger
    Ein Fahrzeug, das über geprüfte Verbindungseinrichtungen (Zugdeichsel und Anhängekupplung) mit dem Zugfahrzeug verbunden wird. Die Aufbauten werden dem zugedachten Einsatzzweck entsprechend ausgeführt. Universell einsetzbar sind Anhänger mit offenem oder geschlossenem Kasten für beliebige Güter. Spezialanhänger werden in Ausstattung und Bauform besonders für den ihnen zugedachten Zweck konstruiert, z. B. Vieh- oder Bootstransporter, Tankanhänger.


  • Antriebswelle / Gelenkwelle
    Die Antriebswellen übertragen das Drehmoment vom Getriebeausgang auf den Achsantrieb und die Antriebsräder. Bei Fahrzeugen mit Standard-Antrieb wird die längs angeordnete Welle zwischen dem Getriebe und dem Achsantrieb Kardanwelle genannt. Als Achswellen werden die Antriebswellen bezeichnet, die das Drehmoment vom Achsantrieb auf die Antriebsräder übertragen.

    Die Kardanwellen und alle Antriebswellen an Fahrzeugen mit Einzelradaufhängung benötigen Gelenke und Schiebestücke, um die Bewegungen des Antriebsaggregates unter den Antriebslasten und der Räder beim Ein- und Ausfedern auszugleichen. Bei den Kardanwellen von Lkw werden meist einfache Kreuzgelenke verwendet. Bei Pkw sind aus Komfortgründen Gleichlaufgelenke (homokinetische Gelenke ) üblich.

  • Automatisch abblendbarer Innenspiegel
    Der automatisch abblendbare Innenspiegel reagiert auf zu helles Scheinwerferlicht und dunkelt sich selbstständig ab, um eine Blendung des Fahrers zu vermeiden.

    Der Spiegel enthält zwei Fotozellen. Eine davon ist nach vorn gerichtet und ermittelt die Umgebungshelligkeit, die zweite liegt in der rückwärts gerichteten Spiegelfläche und reagiert auf die Einstrahlung des Blendlichts.

    Trifft ein im Vergleich zum Umgebungslicht deutlich hellerer Lichtstrahl auf den Spiegel, reagiert die Fotozelle und legt eine elektrische Spannung an. Dadurch verliert die hauchdünne, auf dem Spiegelglas liegende Schicht ihre Lichtdurchlässigkeit. Der Spiegel dunkelt ab und das eintreffende Scheinwerferlicht blendet nicht mehr.

  • Aquaplaning
    Unter Aquaplaning versteht man das Aufschwimmen des Reifens auf dem Wasserfilm einer nassen Fahrbahn. Das Aquaplaning ist abhängig von der Wasserhöhe auf der Fahrbahn, von der Geschwindigkeit des Fahrzeugs, von der Profiltiefe und von der Last, mit der der Reifen auf die Fahrbahn gedrückt wird. Im Zustand des Aquaplanings ist das Fahrzeug führungs- und bremslos.
     
  • Antriebsschlupfregelung (ASR)
    Die Kraftübertragung beim Anfahren, beim Bremsen und bei Kurvenfahrt ist abhängig vom Schlupf zwischen Reifen und Fahrbahn. Die angesprochenen Fahrzustände sind so lange stabil, wie der verfügbare Schlupf-Höchstwert zwischen Reifen und Fahrbahn nicht überschritten wird. Um einen instabilen Fahrzustand, wie z. B. das Durchdrehen der Antriebsräder beim Anfahren auf rutschigem Untergrund zu verhindern, wird bei modernen Fahrzeugen eine Antriebs-Schlupf-Regelung (ASR) installiert. Das ASR baut in wesentlichen Funktionen auf dem ABV auf und hat häufig ein gemeinsames Steuergerät und Hydraulik-Aggregat mit diesem.

    Erkennt das Steuergerät, dass beim Anfahren ein zu großer Schlupf an einem Antriebsrad bzw. allen Antriebsrädern auftritt, dann reduziert es über die elektronische Motorleistungssteuerung (EMS) die verfügbare Motorleistung soweit, dass das betreffende Antriebsrad bzw. die Antriebsräder nicht mehr durchdrehen. Die EMS verstellt bei Fahrzeugen mit Ottomotoren den Zündzeitpunkt in Richtung spät und reduziert ggf. die Drosselklappenöffnung bzw. die Kraftstoffeinspritzmenge. Bei Dieselmotoren wird zunächst der Einspritzbeginn in Richtung spät verstellt und ggf. die Einspritzmenge reduziert. Bei einigen Fahrzeugen wird dieser Eingriff durch kurzzeitiges Betätigen der Radbremse des durchdrehenden Rades bzw. der durchdrehenden Räder unterstützt.

  • ASD
    Das automatische Sperrdifferential (ASD) verbessert das Anfahren bei einseitig glatter oder rutschiger Fahrbahn. Da die Sperre beim Bremsen sofort wieder gelöst wird, bleibt die ABS-Funktion unbeeinträchtigt. Ein entscheidender Vorteil dieses Systems: ASD schaltet sich bei Bedarf im richtigen Moment automatisch zu und ab.

  • ATF
    ATF bedeutet Automatic Transmission Fluid, kurz Automatik-Getriebeöl. ATF wird als Hydraulikflüssigkeit in Automatikgetrieben und in einigen anderen Systemen, beispielsweise der Servolenkung, verwendet.

  • Auspuffkrümmer
    Als Auspuffkrümmer wird das unmittelbar am Zylinderkopf des Motors befestigte Bauteil bezeichnet, in dem die Auspuffgase gesammelt werden. Am Auspuffkrümmer wird die Auspuffanlage mit den Schalldämpfern befestigt.

    Um die Motorcharakteristik zu beeinflussen, werden die Rohre auf der Ansaug- und der Auspuffseite des Motors so abgestimmt, dass der gewünschte Leistungs- und Drehmomentverlauf erreicht wird. Dazu müssen die Rohrlängen möglichst gleich sein. Dies hat zur Folge, dass die Auspuffkümmerrohre fächerartig zusammen laufen und man von einem "Fächerkrümmer" spricht.

  • ASU (Abgassonderuntersuchung)
    Seit dem 1. April 1985 müssen Fahrzeuge mit Ottomotoren regelmäßig einer Abgas-Sonderuntersuchung (ASU) unterzogen werden. Im Rahmen dieser Prüfung werden die Leerlaufdrehzahl, der Zündzeitpunkt, der Kohlenmonoxyd-Ausstoß im Motorleerlauf und der Schließwinkel der Unterbrecherkontakte gemessen.

  • AU (Abgasuntersuchung)
    Seit dem 1. Dezember 1992 müssen alle zugelassenen Kraftfahrzeuge mit vier oder mehr Rädern regelmäßig zur AU vorgeführt werden. Fahrzeuge mit Ottomotoren ohne lambda-geregelte Gemischaufbereitung werden geprüft wie früher bei der Abgassonderuntersuchung. Bei Fahrzeugen mit geregeltem Katalysator wird der Kohlenmonoxyd-Ausstoß bei erhöhtem Motorleerlauf gemessen und durch Aufschalten einer vom Fahrzeughersteller festgelegten Störgröße die Funktion der Lambda-Regelung überprüft. An Fahrzeugen mit Dieselmotor werden alle, für den Schadstoffausstoß, relevanten Bauteile auf ordnungsgemäße Montage überprüft. Zusätzlich wird eine Prüfung der Rauchgastrübung durchgeführt. Dabei wird der Motor ohne Last bis zur Abregeldrehzahl beschleunigt.

  • AWD
    Allrad-Antrieb (englisch all wheel drive)

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