Technik-Lexikon



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  • De-Dion-Achse
    Diese Starrachs-Konstruktion für Antriebsachsen ist nach ihrem Erfinder Albert de Dion benannt. Im Gegensatz zu den Starrachsen mit integriertem Achsantrieb ("Banjo-Achsen") werden bei dieser Bauart die Antriebskräfte von dem am Aufbau befestigten Ausgleichgetriebe über Gelenkwellen auf die Räder übertragen. De-Dion-Achsen sind leichter als konventionelle Starrachsen. Durch die geringeren ungefederten Massen können Verbesserungen beim Fahrkomfort und bei der Straßenlage erreicht werden.

  • Diagonalreifen
    Die Diagonalreifen erhielten ihren Namen von den diagonal zur Lauffläche verlaufenden Kordfäden der Karkasslagen, welche sich kreuzen. Diagonalreifen sind heute weitgehend abgelöst durch Reifen in Radial- bzw. Gürtelbauweise.

  • Differenzial (Ausgleichsgetriebe)
    Bei Kurvenfahrt legt das kurvenäußere Rad einer Achse einen längeren Weg zurück, als das kurveninnere Rad. Um unnötigen Reifenverschleiß zu vermeiden und den Kraftschluss zwischen Reifen und Fahrbahn nicht zusätzlich zu beanspruchen, wird ein Ausgleichgetriebe ("Differential") benötigt. Das Gehäuse des Ausgleichgetriebes ist am Achsantriebs-Teller- oder Stirnrad befestigt. Im Ausgleichgetriebegehäuse sind Kegelräder ("Ausgleichskegelräder") gelagert, die mit den Kegelrädern auf den inneren Enden der Antriebswellen im Eingriff sind.

    Bei Geradeausfahrt drehen sich die Antriebsräder gleich schnell. Die Ausgleichskegelräder drehen sich dann lediglich mit dem Ausgleichgetriebegehäuse, stehen jedoch selbst still.

    Bei Kurvenfahrt müssen sich die Kegelräder auf den Antriebswellen wegen der unterschiedlich langen Wegstrecken unterschiedlich schnell drehen. Dies ist möglich, weil sich die Ausgleichskegelräder auf den Kegelrädern der Antriebswellen abwälzen können. Das kurvenäußere Rad dreht sich um den Betrag schneller, um den das kurveninnere Rad langsamer dreht.

  • Differenzialsperre
    Das Achsausgleichgetriebe ("Differenzial") hat den Nachteil, dass auf rutschiger Fahrbahn das Antriebsrad mit der geringeren Reifenhaftung durchdrehen kann und das Fahrzeug nicht vorankommt. Mittels einer Differenzialsperre ist es möglich, das Rad, an dem eine bessere Reifenhaftung zur Verfügung steht, zur Kraftübertragung zu nutzen. Bei vielen Geländefahrzeugen können sowohl die Achsen ("Quersperren") als auch das Verteilergetriebe ("Längssperre") gesperrt werden. Bei leistungsstarken Pkw sind selbsttätig sperrende Differentiale üblich. Die Selbstsperrung kann durch Reibkupplungen, Visco-Kupplungen, Torsen-Differenzial, Haldex-Kupplungen, automatische oder elektronische Sperrdifferenziale erfolgen.

  • Diffusor
    Für die Aerodynamik eines Fahrzeugs ist nicht nur die Oberseite der Karosserie, sondern auch die Gestaltung des Fahrzeugbodens von Bedeutung.

    Im Rennsport wird durch aerodynamische Hilfen wie zum Beispiel Spoiler und Diffusor die Umströmung des Fahrzeugs optimiert. Dabei können der Luftwiderstand sowie der Auf- oder Abtrieb vorn und hinten an der Karosserie je nach der Art der Rennstrecke durch die Gestaltung dieser Hilfen beeinflusst werden.

    Um bei Fahrzeugen mit Hinterradantrieb die Übertragung der Antriebskräfte zu verbessern, ist ein möglichst großer Abtrieb im Bereich des Fahrzeughecks gewünscht. Neben den als Flügel von weitem sichtbaren aerodynamischen Hilfen, kann der Abtrieb durch die Gestaltung des Wagenbodens beeinflusst werden. Der Diffusor besteht aus vertikalen Stegen, durch die die Strömung an der Fahrzeugunterseite wie in Kanälen geführt wird und ihre Wirkung bis zum Heckbereich ausgenutzt werden kann.

  • Digitales Kontrollgerät
    Siehe EG-Kontrollgerät

  • Drehmomentwandler
    Das im Verbrennungsmotor erzeugte Drehmoment wird bei Schaltgetrieben entsprechend der jeweiligen Getriebeübersetzung gewandelt. Zum Anfahren benötigen diese Fahrzeuge eine Kupplung.

    Fahrzeuge mit Automatikgetriebe werden meistens mit hydrodynamischen Drehmomentwandlern ("Trilock- oder Föttinger-Wandler") ausgestattet. Dieses Bauteil übernimmt die Funktion der Anfahrkupplung und sorgt für eine Drehmomenterhöhung. Der hydrodynamische Drehmomentwandler besteht aus einem auf der Kurbelwelle des Motors angebrachten Pumpenrad, dem Turbinenrad am Getriebeeingang und einem dazwischen angeordneten Leitrad. Das Gehäuse des Wandlers ist mit einer Hydraulikflüssigkeit (ATF) gefüllt.

    Der von dem sich drehenden Pumpenrad erzeugte Ölstrom wird durch das Leitrad so gegen das Turbinenrad gelenkt, dass auf der Turbinenradseite ein größeres Drehmoment ansteht, als auf der Seite des Pumpenrades. Die Drehmomenterhöhung durch den Wandler erreicht bei Kraftfahrzeugen den Faktor 2 bis 2,5. Sie ist beim Anfahren am größten, wenn am Pumpenrad das maximale Drehmoment des Motors ansteht und das Turbinenrad stillsteht. Die Drehmomenterhöhung nimmt linear mit der Annäherung der Drehzahlen ab.

  • Dynamischer Überrollschutz
    Der dynamische Überrollschutz ist ein Überschlagschutzsystem für Cabriolets, bei dem ein elektronisches Auslösegerät ein blitzschnelles Ausfahren des Überrollbügels aus seiner Ruhestellung beim Fahrzeugüberschlag bewirkt.

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